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Arbeitsrecht Urlaub, Urlaubsanspruch

Gesetzlicher Urlaubsanspruch

Das sollten Sie zum Urlaubsanspruch im Arbeitsverhältnis wissen

Egal, ob Sie einen unbefristeten oder befristeten Arbeitsvertrag haben, einer Teilzeitbeschäftigung oder einer geringfügigen Beschäftigung (400-Euro-Job) nachgehen oder eine Ausbildung machen. Sie haben einen gesetzlichen Urlaubsanspruch.

Jeder Arbeitnehmer hat im Kalenderjahr einen bezahlten gesetzlichen Urlaubsanspruch von mindestens 24 Werktagen. Geregelt ist dies im Bundesurlaubsgesetz (§§ 1, 3 Abs. 1 BUrlG). Da nach dem Gesetz der Samstag als Werktag zählt und heutzutage in der Regel nur an fünf Tagen in der Woche gearbeitet wird, beträgt der gesetzliche Mindesturlaub 20 Arbeitstage (Bundesarbeitsgericht, Urteil v. 27.1.1987, 8 AZR 579/84).

Viele Arbeitgeber gewähren aber im Arbeitsvertrag freiwillig einen zusätzlichen Urlaubsanspruch.

Urlaub im ersten Jahr

Wenn Sie Ihren Job anfangen, gilt zunächst eine sechsmonatige Wartefrist, bis Sie den vollen Jahresurlaub nehmen können. Wenn Sie beispielsweise zum 1.6.2011 angefangen haben, ist Ihre Wartefrist am 31.11.2011 abgelaufen. Das heißt Sie bekommen für das laufende Jahr noch den vollen Jahresurlaub von 20 Arbeitstagen. Sie müssen sich allerdings Ihren Urlaub aus dem vorhergehenden Arbeitsverhältnis anrechnen lassen (§ 6 Bundesurlaubsgesetz). Hierzu muss Ihnen Ihr alter Arbeitgeber eine Urlaubsbescheinigung ausstellen.

Wenn Sie beispielsweise bis zum 31.05.2011 bei dem früheren Arbeitgeber gearbeitet haben, müssten Sie von ihm für die fünf Monate 5/12 des gesetzlichen Mindesturlaubs erhalten haben, also (20 : 12 x 5 =) 8,33 Urlaubstage. Diese müssen Sie sich auf den gesetzlichen Urlaub bei Ihrem neuen Arbeitgeber anrechnen lassen. Damit reduziert sich Ihr gesetzlicher Urlaub von 20 auf 11,67 Urlaubstage. Hinzu kommt der etwaige freiwillige Zusatzurlaub Ihres Arbeitgebers.

Dies gilt aber nur, wenn Ihnen Ihr früherer Arbeitgeber diese Urlaubstage auch tatsächlich gewährt oder abgegolten hat. Wenn nicht, besteht bei Ihrem neuen Arbeitgeber der Urlaubsanspruch ungeschmälert. Urlaubsansprüche, die noch aus dem Vorjahr stammen, sind nicht anzurechnen. Ebenso ist der Urlaub, der von Ihrem früheren Arbeitgeber zusätzlich zum gesetzlichen Mindesturlaub gewährt wurde, nicht anzurechnen (Erfurter Kommentar: § 6 Rdn. 2 BUrlG).

Die Anrechnung erfolgt auch nur bei einem Jobwechsel. Wenn Sie vorher arbeitslos waren und somit gar keinen Urlaub in Anspruch genommen haben, besteht der volle Urlaubsanspruch bei dem neuen Arbeitgeber.

Fehler bei der Berechnung des Urlaubsanspruchs passieren Arbeitgeber häufig dann, wenn Sie in Teilzeit nur an einigen Tagen in der Woche oder im Schichtsystem arbeiten. Der Urlaubsanspruch ist dann ins Verhältnis zu setzen. Wenn Sie zur Berechnung Ihres Urlaubsanspruchs Fragen haben, rufen Sie mich oder schreiben Sie mir eine E-Mail.

Achtung
Sie müssen Ihren vollen Urlaubsanspruch rechtzeitig vor dem 31.12. eines jeden Jahres beantragen. Wenn Sie ihn nicht nehmen, verfällt er zum 31.12. eines Jahres. Der Resturlaub wird nicht automatisch auf das nächstes Jahr übertragen, auch wenn viele Arbeitgeber das in der Praxis so handhaben. Nur wenn Sie den Urlaub aus dringenden betrieblichen oder persönlichen Gründen, etwa wegen einer Krankheit, nicht nehmen konnten, kann der Urlaub auf das Folgejahr bis zum 31.3. übertragen werden (§ 7 Abs. 3 Satz 2 BUrlG).

Tipp

Wenn Sie lange krank werden sollten, so dass Sie auch bis zum 31.3. Ihren Urlaub nicht nehmen können, verfällt Ihr gesetzlicher Urlaubsanspruch nicht. Der Europäische Gerichtshof hat entschieden, dass die Regelung gegen EU-Recht verstößt (EuGH, Urteil v. 21.1.2009, C-3). Damit verfällt Ihr Urlaubsanspruch nach deutschem Arbeitsrecht bei einer Langzeiterkrankung nicht mehr. Sollten Sie Ihr Arbeitsverhältnis nach langer Krankheit fortsetzen, können Sie Ihren gesetzlichen Urlaubsanspruch für die Zeit der Krankheit auch noch nach dem 31.3. nehmen (BAG, Urteil v. 24.3.2009, 9 AZR 983/07). Sollten Sie nach der Krankheit aus dem Arbeitsverhältnis ausscheiden, muss Ihr Arbeitgeber Ihnen den gesamten Urlaubsanspruch abgelten, wenn Sie ihn nicht mehr in der Kündigungsfrist nehmen konnten.
Für den freiwilligen Zusatzurlaub kann Ihr Arbeitgeber jedoch eine abweichende Regelung im Arbeitsvertrag treffen. Der Zusatzurlaub verfällt in jedem Fall spätestens mit Ablauf des 31.3. eines jeden Jahres. Ihr Arbeitgeber kann Sie auch verpflichten, erst Ihren gesetzlichen Mindesturlaub und dann erst den Zusatzurlaub zu nehmen.
Achten Sie daher darauf, dass Sie im Kalenderjahr Ihren Urlaub vollständig beantragen.

Urlaub bei Kündigung

Wenn Ihr Arbeitgeber Ihnen eine Kündigung des Arbeitsverhältnisses ausgesprochen hat oder Sie selbst gekündigt haben, hängt der Urlaubsanspruch davon ab, zu wann Sie aus dem Arbeitsverhältnis ausscheiden. Nur wenn das Arbeitsverhältnis bis zum 30.06. eines Jahres beendet wird, erhalten Sie für jeden vollen Beschäftigungsmonat des Jahres nur 1/12 des Jahresurlaubs. Scheiden Sie hingegen nach dem 30.06. aus, behalten Sie Ihren vollen gesetzlichen Urlaubsanspruch von 20 Arbeitstagen (bei einer Fünf-Tage-Woche).

Für den freiwilligen Zusatzurlaub kann Ihr Arbeitgeber im Arbeitsvertrag jedoch etwas Abweichendes regeln. Solche Regelungen sind jedoch nicht immer wirksam. In der Praxis erlebe ich es immer wieder, dass Arbeitgeber den Urlaubsanspruch bei Kündigung falsch berechnen.

Wenn Sie der Meinung sind, Ihr Arbeitgeber hat Ihren Urlaubsanspruch falsch berechnet oder Ihr Arbeitgeber lehnt Ihren Urlaubsantrag einfach ab oder streicht Ihren bereits genehmigten Urlaub, dann lassen Sie sich beraten.

Arbeitgeber muss Ihren Urlaubswunsch berücksichtigen

Ihr Arbeitgeber ist in jedem Fall nicht frei, wann er Ihnen den Urlaub gewährt. Er muss Ihre Wünsche berücksichtigen. Nur wenn dringende betriebliche Gründe oder die Urlaubswünsche anderer Mitarbeiter dagegen sprechen, kann er den beantragten Urlaub ablehnen.

Sollten keine dringenden betrieblichen Gründe oder die Urlaubswünsche eines anderen Mitarbeiters gegen Ihren Urlaub sprechen, muss Ihnen Ihr Arbeitgeber Ihnen den Urlaub gewähren. Je früher Sie den Urlaub beantragen, desto schwieriger dürfte es für Ihren Arbeitgeber sein, dringende betriebliche Gründe dagegen anzuführen.

Im Fall der Ablehnung des Urlaubsantrags dürfen Sie Ihren Urlaub jedoch nicht eigenmächtig antreten, sondern müssen diesen notfalls gerichtlich durchsetzen.

Rechtsberatung zum Urlaubsanspruch im Arbeitsverhältnis

Wenn Ihr Arbeitgeber Ihren Urlaubsanspruch nicht gewährt, helfe ich Ihnen, Ihren Urlaub gegenüber Ihrem Arbeitgeber durchzusetzen.

  • zu Ihrem tatsächlichen Urlaubsanspruch
  • wie Sie Ihren Urlaubsanspruch gegenüber Ihrem Arbeitgeber geltend machen
  • wie Sie Ihren Urlaub notfalls vor Gericht schnell durchsetzen
  • wie viel Urlaub Sie bei einer Kündigung erhalten
  • ob und in welcher Höhe Sie eine Urlaubsabgeltung beanspruchen können
  • was mit Ihrem Urlaub passiert, wenn Sie während des Urlaubs krank werden
  • Sie wegen einer längeren Krankheit Ihren Urlaub nicht mehr nehmen konnten
  • Swie viel Urlaub Sie bei Elternzeit haben.

Auf Wunsch übernehme ich auch gern die weitere Verhandlung mit Ihrem Arbeitgeber und setze Ihren Urlaubsanspruch notfalls vor Gericht durch. Rufen Sie mich an unter

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oder nutzen Sie die Online-Rechtsberatung. Für eine Beratung halten Sie bitte folgende Unterlagen bereit:

  • Ihren Arbeitsvertrag und eventuelle Ergänzungsvereinbarungen
  • ggfls. Rechtsschutzversicherung

Zur Online-Rechtsberatung

Sebastian Trabhardt

Sebastian Trabhardt

Anwalt für Arbeitsrecht bei TRABHARDT Rechtsanwalt, Hamburg
Ich unterstütze Sie als Fach- und Führungskraft bei beruflichen Herausforderungen und helfe Ihnen, in Veränderungsprozessen die richtigen Entscheidungen zu treffen sowie Krisen und Konflikte im Arbeitsverhältnis zu meistern. Damit Sie wieder ruhig schlafen und sich voll und ganz auf Ihre Karriere konzentrieren können. Ich freue mich, wenn Sie Kontakt zu mir aufnehmen.
Sebastian Trabhardt